Therapeutic Touch

Dopellblindstudie mit Therapeutic Touch schafft wissenschaftlichen Durchbruch

von Dagny und Dr. Imre Kerner

Die vielen Patienten, die Heilung oder zumindest Linderung ihrer Schmerzen und Beschwerden erfahren hatten, waren die Grundlagen auf dem Weg zur gesellschaftlichen Anerkennung von Therapeutic Touch. Auch Ärzte konnten und wollten die Erfolge nicht wegdiskutieren. Auf dem Weg zur wissenschaftlichen Anerkennung blieb es aber lange Zeit ein Problem, daß die Beobachtungen und viele der Publikationen nicht den Standards von wissenschaftlichen Studien genügten. Den endgültigen wissenschaftlichen Durchbruch schaffte eine Publikation, die die positive Wirkung von Therapeutic Touch auf die Wundheilung beim Menschen in einer klassischen Doppelblindstudie beschreibt.

Als Testpersonen der Doppelblindstudie, die für Therapeutic Touch den wissenschaftlichen Durchbruch brachte, dienten 44 gesunde junge Männer, Studenten einer nahegelegenen Universität. Der Versuchsleiter, Dr. Daniel Wirth, Arzt und Direktor des Forschungsinstituts “Healing Sciences International” in Orinda, Kalifornien, informierte die Studenten, die zwischen 21 und 32 Jahre alt waren, daß ihnen am Arm mit einem Skalpell eine gleich große Schnittwunde gemacht werde.

Im weiteren Verlauf des Experiments, so teilte er ihnen mit, werde die Wunde täglich untersucht, um mit einem Apparat die Veränderung der Bioelektrizität zu messen. Die Ergebnisse und weitere Erklärungen würden sie bei Abschluß des Versuchs erhalten. Dies ist der erste Teil des sorgfältig aufgebauten Designs eines Doppelblindexperiments: Die Studenten wußten nicht, daß sie an einer Studie über Wundheilung und Therapeutic Touch teilnahmen. Sie hatten alle notwendigen Informationen über Ablauf und Risiko für sich selbst bekommen und eine Erklärung über den Zweck der Studie, die sie für plausibel hielten. So waren sie dem wahren Versuchsziel gegenüber “blind” gemacht, um jede Form von möglichen Verfälschungen wie Selbstsuggestion oder Placeboeffekte auszuschließen.

Auch der Arzt, der am Tag Null des Wundheilungsexperiments den Studenten die Armverletzungen in exakt derselben Größe beibrachte und in den nächsten zweieinhalb Wochen den Heilungsprozeß messen und bewerten würde, war über das Versuchsziel nicht informiert. Er hatte dieselben Erklärungen bekommen wie die Studenten. Auch er war also “blind”, damit seine Erwartungen oder Annahmen seine notwendige Objektivität nicht beeinflussen konnten.

Gleiche Wunde, gleicher Verband – unterschiedliche Behandlung
Für die Behandlung der Wunden mit Therapeutic Touch wurden zwei Zimmer, durch eine Tür getrennt, eingerichtet. Alle Studenten kamen täglich zu festen Terminen durch die Eingangstür in den ersten Raum hinein und mußten sich auf einen Stuhl setzen, der direkt an der verschlossenen Trenntür stand. Diese Tür war für die Experimente speziell präpariert worden: Ein kreisrundes Loch mit etwa fündundzwanzig Zentimeter Durchmesser war in die Trenntür geschnitten, auf einer Höhe, die es den sitzenden Studenten erlaubte, den ganzen Arm bequem hindurchzustecken. Das Loch wurde außerdem mit Sichtblenden aus Gummi so verkleidet, daß es den Studenten unmöglich war, einen Blick in das dahinterliegende Zimmer zu werfen. Dort stand ein Tisch, auf dem der durchgestreckte Arm bequem gelegt werden konnte. Den Studenten wurde gesagt, daß auf diesem Tisch die Apparate für die Messung der Bioelektrizität stehen würden.
Nachdem der Arzt den Studenten die gleichgroßen Schnitte am Oberarm beigebracht und bei allen denselben Verband angelegt hatte, wurden die Studenten nach dem Zufallsprinzip in zwei Gruppen aufgeteilt. Über diese Einteilung wußten weder die Studenten noch der Arzt Bescheid. Als die 21 Studenten aus der Kontrollgruppe täglich fünf Minuten lang ihre Arme durch das Loch in der Tür auf den Tisch legten, passierte weiter gar nichts: Das dahinterliegende Zimmer war leer.

Nicht so bei den 23 Studenten aus der anderen Gruppe: Wenn sie ihren Arm auf den Tisch legten, stand hinter der verschlossenen Tür eine Heilerin-Krankenschwester, die pro Student fünf Minuten lang ihre Hand einige Zentimeter über den Verband am Oberarm hielt, die Studenten jedoch nie berührte. Für die Krankenschwester, eine Frau mit fünfjähriger Erfahrung in der Methode, war das jedesmal eine ganz normale Therapeutic Touch Behandlung, ohne Berührung am Körper, im Energiefeld der Patienten.

Signifikante Heilungsverbesserung auch bei nichtsahnenden Patienten
Das Experiment lief sechzehn Tage lang. Täglich kamen die Studenten, streckten ihren Arm durch die Tür und je nachdem welcher Gruppe sie zugeteilt waren, bekamen sie eine Behandlung oder eben gar nichts. Am Tag Null hatte der Arzt, nachdem er die Schnitte gemacht hatte, die Wundgröße bei jedem Studenten genau vermessen und protokolliert. Am achten und am sechzehnten Tag, dem letzten Tag des Experiments, fanden Kontrolluntersuchungen statt: Jede Wunde wurde erneut ausgemessen, und ihr Zustand wurde beschrieben.

Nach Abschluß der Datenerhebung wurden sämtliche Protokolle einem unabhängigen Sachverständigen zur Auswertung übergeben. Dieser hatte von dem Experiment bis zu diesem Zeitpunkt noch nie etwas gehört. Methode und Ziel des Experiments wurden auch ihm nicht mitgeteilt, wohl aber die Aufteilung in zwei Gruppen. Seine Aufgabe war es nun, aus den Daten herauszulesen, ob und wenn ja, welche Unterschiede im Wundheilungsprozeß es zwischen den beiden Studentengruppen gäbe.

Die Ergebnisse waren eindeutig. Bei der ersten Kontrolluntersuchung am achten Tag war die durchschnittliche Wundgröße der Kontrollgruppe 19,3 Quadratmillimeter, die der mit Therapeutic Touch behandelten Gruppe 3,9. Am sechzehnten Tag war die Wundgröße der Kontrollgruppe 5,9 und der behandelten 0,4 Quadratmillimeter im Durchschnitt. Außerdem wurde an diesem letzten Tag des Experiments bei der behandelten Gruppe von 23 Studenten festgestellt, daß 13 Wunden komplett verheilt waren, die also mit Wundfläche Null in die Berechnungen eingingen. Bei der Kontrollgruppe aber war an diesem sechzehnten Tag keine einzige Schnittwunde vollständig verheilt.

Fazit
Das Fazit von Dr. Daniel Wirth, dem Versuchsleiter: “Die signifikanten Ergebnisse dieser Studie weisen darauf hin, daß Therapeutic Touch ohne Körperberührung eine hocheffiziente Heilbehandlung für Hautverletzungen ist. Die von uns nachgewiesenen Daten zeigen den signifikanten Heileffekt eindeutig auf. Damit wurde auch gleichzeitig bewiesen, daß Erwartungshaltung der Patienten, Gespräch und Suggestionskraft von Seiten des Therapeuten für Erfolge durch Therapeutic Touch nicht notwendig sind.”
Mit Therapeutic Touch in den ‘Ursprungsländern’ USA und Kanada wurde zum ersten Mal in der Geschichte der westlichen Industrieländer eine Form des Heilens als Routinefach in die Lehrpläne von Krankenpflegeschulen und Universitäten aufgenommen. Die Methode wird heute in 68 Ländern der Welt unterrichtet, darunter in so unterschiedlichen Staaten wie Finnland, Frankreich und Ungarn, dem Iran und Israel, China, der Ukraine und Kenia. Notärzte und Sanitäter verwenden die Methode, sie kommt in der Psychiatrie zum Einsatz, bei der Altenpflege und bei der Sterbeseelsorge, bei Schulpsychologen, in der Drogentherapie und auch zur Behandlung verletzter Soldaten.

Therapeutic Touch wurde sowohl von Ägyptern wie Israelis bei den Kämpfen im Gazastreifen angewendet. In Südafrika wurde es von Schwarzen wie von Weißen eingesetzt, zur Behandlung der eigenen Gruppenangehörigen. Es florierte zu Zeiten des Kalten Krieges im Untergrund der ehemaligen Sowjetunion wie in Polen, und durch eine Gruppe amerikanischer Ärzte und Krankenschwestern, die in einem kambodschanischen Flüchtlingslager namens Ghouy Dang in Thailand gearbeitet hat, lernten Kambodschander Therapeutic Touch kennen und stellten große Ähnlichkeiten mit einheimischen Heilmethoden fest. Kein Wunder, ist doch das Heilen durch Handauflegen, in dem Therapeutic Touch seinen Ursprung hat, seit Menschengedenken auf allen Kontinenten verbreitet